Warum sollten Zahnlücken mit Zahnersatz versorgt werden?

Warum sollten Zahnlücken mit Zahnersatz versorgt werden?

Gründe für die Versorgung von Zahnlücken mit Zahnersatz ergeben sich aus den negativen Folgen, die eintreten, wenn eine Versorgung mit Zahnersatz unterlassen wird.

Objektive nachweisbare Konsequenzen aus dem Zahnverlust sind:

Patienten, die im Frontzahnbereich einen Zahn verlieren, sind meistens von sich aus bestrebt, schnellstens einen Lückenschluss mit Zahnersatz zu erhalten. Durch den Verlust eines einzigen Frontzahnes können sich Patienten erhebl ich verunsichert und in ihrem Selbstbewusstsein erheblich eingeschränkt fühlen. Zwanghaftes Verhalten und kompensatorisches Vermeiden der Mundöffnung beim Lächeln oder beim Sprechen können die Folge sein. Allein schon ein solches psychologisch bedingtes Missempfinden ist im Sinne der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Krankheit zu definieren, da diese Organisation subjektive psychologische Einschränkungen oder auch objektiv durch das soziale Umfeld hervorgerufene Beeinträchtigungen als Krankheit definiert.

Das Fehlen von einem oder mehreren Frontzähnen führt in der Regel auch zu erheblichen Sprachproblemen. Lispeln oder auch das unkontrollierte Austreten von Speichel sind die Folge. Auch das herzhafte Abbeißen eines Apfels beispielsweise ist bei fehlenden Frontzähnen nicht mehr möglich. Im Seitenzahnbereich kommt den vorhandenen Zähnen natürlich die Kaufunktion, d.h. das Zerkleinern der Nahrung und die Vorverdauung als wesentliche Aufgabe zu. Die Volksweißheit “Gut gekaut ist halb verdaut” beschreibt diesen Zustand nur allzu gut.

Beim Verlust der Seitenzähne kommt es auch zu einer übermäßig starken Belastung der noch vorhandenen vorderen Restbezahnung, was auf Dauer zur Lockerung und zu weiterem Zahnverlust führt. Die Seitenzähne haben zudem noch die Funktion, die natürliche Distanz von Oberkiefer zu Unterkiefer zu wahren und das Weichteilprofil zu halten. Beim Verlust der Seitenzähne kommt es zum Einbruch dieser Stützzonen und in fortgeschrittenen Fällen zur Veränderung auch in den Kiefergelenken, die die gesamte Belastung abpuffern müssen, und wiederum zur verstärkten Belastung der noch vorhandenen Restzähne mit den Konsequenzen der Zahnlockerung und des Zahnverlustes.

Bei vorhandenen Zahnlücken sind daneben ausgiebige Veränderungen durch Zahnwanderungen, Zahnkippungen und Zahnbewegungen aus dem Kiefer zu beobachten. So kann fast immer festgestellt werden, dass eine vorhandene Lücke nach wenigen Monaten bereits schon wesentlich schmaler ist als unmittelbar nach der Zahnextraktion und dass ein vorhandener Gegenzahn in diese Lücke heruntergewachsen ist. Durch das Kippen der Zähne in Richtung Lücke können sich weitere schmale Lücken auch bis in die Front hin etablieren, die sich natürlich auch kosmetisch negativ auswirken. Im Bereich gekippter Seitenzähne kommt es zu schwer zu reinigenden Zahnnischen, wo sich dann häufig Wurzelkaries ausbildet. In diesen Nischen bleiben vermehrt Speisereste hängen. Durch diese Speisereste (food impaction) wird natürlich auch wieder einer Parodontitis an den betroffenen Zähnen Vorschub geleistet. Mit den verlorengegangenen Zähnen gehen aber auch die den Zahn umgebenden Gewebe infolge von Unterfunktion verloren sowie die Weichteile, die Muskulatur und der Kieferknochen, der die verlorengegangenen Zähne gestützt und gehalten hat. Wenn auf diese Strukturen der funktionelle Reiz durch die Zahnaktivitäten ausbleibt, entwickeln sie sich zurück.

Aus all diesen vorher genannten subjektiven und objektiven Gründen ist die Versorgung von Zahnlücken mit Zahnersatz grundsätzlich angezeigt.

Es gibt nur wenige Situationen mit absolut stabiler Verzahnung, bei der eine Zahnlücke ohne nachteilige Folgen über Jahre eine stabile Situation aufrechterhalten kann. In jedem Fall ist dann aber eine regelmäßige Kontrolle der Gebisssituation, eventuell auch durch Röntgen- oder Modellanalyse, beim Zahnarzt erforderlich.

Die größte “Behinderung” weisen Patienten mit vollständiger Zahnlosigkeit eines oder bei der Kiefer auf. Das normale Kauen und Abbeißen verkümmert oftmals zu einem Schlingen, Schlucken oder zur ausschließlichen Aufnahme von flüssiger oder breiiger Kost, mit den mannigfaltigen Auswirkungen auf den Verdauungsapparat.

Da bei völliger Zahnlosigkeit auch die Stützgewebe der Mundhöhle – Kieferknochen, Schleimhäute, Muskulatur – erheblich schrumpfen und verkümmern, kommt es zu der typischen Umwandlung in ein Alters- oder Greisengesicht. Ein alt aussehendes, eingefallenes Untergesicht ist für Patienten, die Jahrzehnte lang eine Vollprothese tragen, typisch. Diese Patienten haben nicht nur Nachteile bezüglich ihres ästhetischen Erscheinungsbildes, sondern haben meistens auch erhebliche Probleme mit einer kraftvollen, sicheren Aussprache, da sie ständig bemüht sind, ihre losen Prothesen auf dem Kiefer zu halten.

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