Was tun bei Zahnarztangst?

Was tun bei Zahnarztangst?

Im Folgenden beschreiben wir einige häufig auftretende Gedanken vor einem Zahnarztbesuch und zeigen Ihnen Lösungsvorschläge.

1) Sie haben schon länger Probleme mit ihren Zähnen, teilweise im sichtbaren Frontzahnbereich und haben schon Strategien entwickelt, diese möglichst zu verbergen. Das kann zum Beispiel das Vorhalten der Hand beim Lachen sein, oder das Abwenden des Gesichts beim Sprechen mit einem Gegenüber. Oder sie öffnen den Mund beim Sprechen so wenig wie möglich.

Die Zähne sind ein integraler Bestandteil des Gesichtsausdruckes, und beschädigte Zähne geben schnell den Eindruck von Ungepflegtheit. Eine Zahnbehandlung ist also nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus ästhetischen und sozialen Gesichtspunkten anzuraten. Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass ein Zahnarzt mit einem ganz anderen Blick auf Ihre Zähne schaut als ein Gesprächspartner.

Ihr Zahnarzt weiß, dass beschädigte Zähne nicht unbedingt das Ergebnis mangelnder Pflege sind. Selbst wenn dies der Fall ist, wird Ihnen ihr Behandler keine Vorwürfe machen. Das Interesse ihres Zahnarztes ist es, ihre Zähne zu sanieren und Ihnen zu einem gesunden Gebiss zu helfen. Auch hat ihr Behandler im Laufe seiner Praxis schon viele Zahnzustände gesehen, so dass Sie sich nicht schämen müssen, sich – und vor allem Ihren Mund – gegenüber dem Zahnarzt zu öffnen.

Es ist wichtig für Sie zu wissen, dass heute nahezu jede Zahnsituation zufriedenstellend behandelt werden kann. Es gibt kaum eine Gebisssituation, die ihr behandelnder Zahnarzt nicht schon in der einen oder anderen Form gesehen hat.

Selbstverständlich wird Ihnen Ihr Behandler nach erfolgreicher Sanierung auch Tipps zur Pflege Ihrer Zähne geben. Bitte fassen Sie dies nicht als Vorwurf auf, es soll Ihnen lediglich helfen Ihre neuen Zähne langfristig zu erhalten.

2) Sie waren schon lange nicht mehr beim Zahnarzt und fürchten Ermahnungen des Zahnarztes und eine schmerzvolle Behandlung.

Die Gründe, warum ehemalige Angstpatienten unserer Praxis nicht zum Zahnarzt gingen, sind vielfältig. Ein häufig gehörter Grund ist die Angst vor einer schmerzhaften Behandlung. Oft liegen die Gründe dafür in lange zurückliegenden Behandlungen, häufig noch in der Kindheit. Diese traumatischen Erinnerungen können durch äußere Faktoren immer wieder wachgerufen werden. Ein bestimmter Geruch, der Sie an eine Zahnarztpraxis erinnert, das Geräusch eines Bohrers, manchmal selbst das Bild eines Zahnarztes in einer Zahnpastawerbung. Allein der Gedanke an den Zahnarzt führt dann zu Unwohlsein und Schweißausbrüchen bis hin zu Panikattacken.

Der modernen Zahnmedizin stehen heute aber ganz andere und verbesserte Behandlungsmethoden zur Verfügung als noch vor einigen Jahren. Was bei ihrem letzten Zahnarztbesuch vor Jahren oder in Ihrer Kindheit noch schmerzhaft war, kann heute höchstwahrscheinlich viel sanfter behandelt werden.

Sie sehen also: Eine frühere Zahnbehandlung, die dazu geführt hat, dass Sie nicht mehr zum Zahnarzt gingen, wird heutzutage sehr wahrscheinlich ganz anders und viel schonender durchgeführt.

Ihr Zahnarzt wird Ihnen keine Vorwürfe machen. Aus Sicht des Behandlers macht es keinen Sinn, da es einer möglichen Behandlung nur im Wege stehen würde. Vorwürfe machen Sie sich wahrscheinlich schon selbst genug. Unsere Aufgabe ist es, Ihnen den Weg zu gesunden Zähnen frei zu machen. Es gibt keine Situation, die ihr Zahnarzt nicht schon einmal gesehen hat.

3) Sie haben sich entschlossen, etwas an Ihrer Zahnsituation zu ändern, fürchten aber die Kosten.

Zuallererst: In Deutschland besteht seit 2009 für alle Personen eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Wir gehen also davon aus, dass Sie gesetzlich oder privat versichert sind. Sollte dies nicht der Fall sein, besteht selbstverständlich die Möglichkeit, dass Sie alle Kosten privat bezahlen. Es empfiehlt sich allerdings, schnellstmöglich einer Versicherung beizutreten. Hilfe dazu gibt es auch von Verbraucherschutzverbänden: http://www.vz-berlin.de/Rueckkehr-in-die-Krankenversicherung

Wenn Sie sich zu einem Termin bei uns entschlossen haben, dann wird bei Ihrem ersten Erscheinen nur eine Bestandsaufnahme Ihrer Gebisssituation gemacht. Bei akuten Schmerzen findet eventuell eine Behandlung zur Schmerzbeseitigung statt. Beides ist, vorausgesetzt Sie sind versichert, für Sie mit keinen Kosten verbunden. Es wird mit Ihnen ein Behandlungsplan besprochen, bei denen wir Ihnen auch verschiedene Alternativen vorstellen. Eine Grundversorgung und -behandlung wird von den meisten Krankenkassen komplett übernommen. Oft ist aber die Grundversorgung nicht die ideale Lösung: Wir besprechen deshalb auch andere Lösungen mit Ihnen, die mit Kosten für Sie verbunden sein können. Letztendlich entscheiden aber Sie, und nicht ihr Zahnarzt, welche Behandlung sie wünschen. Erst nach diesem Gespräch erstellen wir für Sie einen Heil- und Kostenplan (HKP), aus dem alle Kosten für die Behandlung hervorgehen. Wichtig für Sie: bis zu diesem Zeitpunkt sind für Sie noch keine Kosten entstanden.

Ihre Krankenkasse wird nun den Heil- und Kostenplan beurteilen und wird Ihnen mitteilen, bis zu welcher Höhe dieser vergütet wird. Wenn Sie außerdem noch eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen haben, kann diese weitere Kosten übernehmen. Die Höhe hängt hierbei von Ihrem individuellen Vertrag ab. Ihre Versicherung wird Ihnen diesen Anteil nach Einreichung des HKP noch vor der Behandlung mitteilen.

Sollten Sie sich für eine Behandlung mit Eigenanteil entschieden haben, der Eigenanteil aber ihre derzeitige finanzielle Möglichkeit übersteigen, gibt es verschiedene Möglichkeiten wie z.B. eine Ratenzahlungsvereinbarung. Sollten Sie Sozialleistungen beziehen, so besteht die Möglichkeit, dass ihr Sozialamt Kosten übernimmt. Bitte setzen Sie sich dazu mit Ihrem zuständigen Amt in Verbindung.

Über die tatsächliche Höhe der Kosten können wir leider keine pauschalen Aussagen treffen, diese sind sehr individuell und befundbezogen. Es lässt sich aber für jeden Befund und finanzielle Möglichkeit eine Lösung finden.

4) Sie haben sich entschieden, einen Zahnarzt aufzusuchen. Wie können wir Ihnen helfen, diesen Schritt tatsächlich zu gehen?

Sollten Sie immer noch Herzklopfen oder Angst haben, zum Telefon zu greifen und einen Termin zu machen, können Sie alternativ unser Anfrageformular hier auf dieser Webseite benutzen. Wenn Sie dabei angeben, dass Sie den Erstkontakt lieber per E-mail wünschen, werden wir dies berücksichtigen. Für die tatsächliche Terminvergabe ist es aber notwendig, dass wir Sie kurz persönlich sprechen. Dafür wird Sie einer unserer Mitarbeiter zurückrufen. Aber seien Sie beruhigt, unsere Mitarbeiter sind erfahren und trainiert im Umgang mit Angstpatienten und werden Ihnen freundlich und vorurteilsfrei begegnen.

Und wie bereits in Punkt 3 beschrieben gibt es keinen Grund zur Sorge beim ersten Termin. Es findet keine sofortige Behandlung statt. Oft wird ihre Furcht nach dem ersten Termin schon sehr gemildert seien. Sie werden erleichtert sein, dass Sie einen lange gewünschten Weg nun endlich beschritten haben. Das Sprechen über ein Problem ist der erste Schritt zur Lösung. Gerne helfen wir Ihnen dabei.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Stärke!

Leiden Sie unter Zahnbehandlungsangst? Haben Sie Fragen zur Behandlung? Schreiben Sie uns!

Dr. Nowak beantwortet gerne Ihre Fragen. Je präziser Sie ihr Anliegen formulieren umso besser werden wir Ihnen antworten können.

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